Sterben diskutieren (5),(6), Revolution Happens

5. Szene wie Gesellschaft

Die hiesige Tierbefreiungsszene reproduziert exakt das, was sie vorgibt zu kritisieren:

  • Hierarchien,
  • „Insiderwissen“,
  • moralische Überlegenheit,
  • soziale Ausschlüsse.

Sie ist so verlogen wie die Gesellschaft selbst — nur mit besseren Worten allerhand Ansprüchen. Für ehrlichere, reflektiertere Menschen ist das kaum auszuhalten. Und es ist auch kein Zufall, dass viele, genau an den Diskrepanzen zwischen Ansprüchen und Wirklichkeiten in den jeweiligen Szenerien, genau so das Gefühl entwickeln müssen zu scheitern, wie das eben auch in der Gesellschaft im großen und ganzen für viele Leute so das Gefühl ist, so wie harte Realität.

6. Konsequenz: Raus aus der Szene und Milieus und deren Netzwerken kritisch analysieren

Wer es ernst meint, sollte sich nichts vormachen: Diese Szene ist kein Ort für Befreiung oder emanzipativen Fortschritt.

Die einzige realistische Perspektive liegt darin,

  • Pluralismus wert zu schätzen
  • Milieus, die zu stark durch nationale, seilschaftartige Vorgehensweisen auffallen zu verlassen,
  • sich international zu orientieren,
  • Und vor allem mit einzelnen Menschen zu arbeiten statt mit identitätspolitischen Kollektiven.

Befreiung in Sachen Tierrechtsbewusstsein entsteht nicht aus Szenen, sondern aus Beziehungen, Brüchen und wir brauchen mehr transnationale Allianzen.

Revolution happens.

Nicht im wohltemperierten Diskurs. Nicht im moralischen Ringelpietz mit Anfassen und das gegenseitige aktivistische Selbstlob, sondern dort, wo man aufhört, sich selbst für „die Guten“ zu halten und beginnt, die eigenen Begriffe stärker zu analysieren und notfalls zu dekonstruieren; all jene Begriffe, die noch nicht mal den eigenen Anspruch darauf, echt Tierrechtler zu sein, erfüllen beim genaueren Hinschauen. Die eigenen Begriffe sind zum Besseren hin auflösbar und transformierbar, da, wo sie immer wieder kompatibel sein zu wollen scheinen, dort, wo sie allzu kompatibel sind mit den klassischen speziesistischen dominanten Narrativen.

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