Sterben diskutieren (2)

Sterben diskutieren (1)
Die Armseligkeit des hiesigen Pseudotierbefreiungsdiskurses
https://www.tierrechte-messel.de/sterben-diskutieren-1/
Sterben diskutieren (2)
Der heimliche Humanismus der Tierbefreiung
https://www.tierrechte-messel.de/sterben-diskutieren-2/
Sterben diskutieren (3)
Freiheit als Mangelware
https://www.tierrechte-messel.de/sterben-diskutieren-3/
Sterben diskutieren (4)
Die neue Verlogenheit: Rebranding statt Bruch
https://www.tierrechte-messel.de/sterben-diskutieren-4/
Sterben diskutieren (5, 6)
Szene wie Gesellschaft;
Konsequenz: Raus aus der Szene und Milieus und deren Netzwerken kritisch analysieren
https://www.tierrechte-messel.de/sterben-diskutieren-5-6-revolution-happens/
Sterben diskutieren (7)
Ästhetischer (ästhetisierender) Speziesismus und die Grenzen der deutschsprachigen Tierbefreiung
https://www.tierrechte-messel.de/sterben-diskutieren-7/

2. Der heimliche Humanismus der Tierbefreiung

Das hiesige Verständnis von Tierbefreiung ist tief humanistisch durchsetzt — nicht im emanzipatorischen, sondern im herrschaftsstabilisierenden Sinn.

Der Mensch bleibt:

  • Maßstab des Leidens,
  • Maßstab von Denken und der Definition von Geist
  • Maßstab dessen, was überhaupt gedacht werden darf und kann und was nicht,
  • Instanz, die festlegt, wer denken kann, darf und wie gedacht werden soll,
  • Interpret von Sinn und Unsinn, Bedeutung und Relevanz überhaupt,
  • Einzig Wissender über Irrelevanz,
  • Und vor allen immer: der Verwalter von Freiheit die er anderen einräumt oder nicht einräumt.

Tiere erscheinen darin nicht als eigene soziale und existenzielle Akteure, sondern als Objekte moralischer Fürsorge.

Man will sie zwar „retten“, aber nicht in voller Tragweite anerkennen — und schon gar nicht unter grundsätzlich neuen, offenen Begriffen. So entsteht die paradoxe Figur des „Tierfreundes“, der ununterbrochen über Tiere spricht, ohne ihnen jemals epistemische Autonomie zuzugestehen.