Heute zur Diskussion gestellt:
Punk sprengt das Links-Rechts-Schema: Nicht alles, was nicht rechts ist, ist automatisch links. Punk lässt sich nicht in eine klassische politische Schublade stecken.
Das Versäumnis der heutigen Linken: Die heutige linke Kritik bleibt bei der Industrialisierung und den Mechanismen des Kapitals hängen. Sie spart dabei entscheidende traditionell „linke“ Diskussionen über soziologische Fragen aus. Herrschaft reicht immer noch tiefer als bloße Ökonomie.
Die Sinnlosigkeit von Rechts: Die rechte Ideologie ist ohnehin obsolet, da sie die Natur und die Erde rein utilitaristisch als Kulisse und Mittel zum Zweck für Menschen oder die eigene Kultur instrumentalisiert.
Der blinde Fleck der Systeme: Wenn die Analyse beim Kapitalismus stoppt, akzeptiert man blind den eigentlichen Konstruktionsfehler unserer Zivilisation: dass der Mensch das Recht gepachtet hat, die Welt und alles Lebendige zur Ressource und zum Instrument zu deklarieren.
Radikalität im Punk: Der Anarcho- und der Tierrechtspunk brechen mit diesem anthropozentrischen Weltbild. Sie lehnen Herrschaft an sich ab – vor allem die des Menschen über die Natur und damit die daraus abgeleiteten Naturbegriffe, die einem „die Welt“ erklären sollen, egal von welcher Seite – Radikalität im Punk leistet einen existenziellen Einspruch gegen die totale Objektifizierung des Lebens.
